Sleeping Butt Syndrom – Wenn der Hintern abschaltet

Diesen Beitrag schreibe ich mal wieder im Stehen und das aus einem guten Grund: Ich habe Sorgen, dass sonst nicht nur ich, sondern auch mein Hintern einschläft. Das geht? Ja, tatsächlich und kommt gar nicht mal so selten vor. Selbst ansonsten sportliche Personen sind immer häufiger davon betroffen. Doch was verbirgt sich eigentlich hinter dem Sleeping Butt Syndrom? In diesem Blogbeitrag erfahrt ihr nicht nur das, sondern auch was ihr dagegen tun könnt. Los geht’s!

Sleeping Butt Syndrom – Was ist das eigentlich?

Das Sleeping Butt Syndrom ist auch bekannt als gluteale Amnesie oder einfach eine schwache Muskulatur im Hintern.  Das ist in einer Welt, in der eine wahre Sitz-Epidemie grassiert, immer häufiger zu finden. Es ist davon auszugehen, dass viele Probleme im Rücken, in der Hüfte und in den Knien mit einer schwachen bzw. nicht richtig arbeitenden Muskulatur im Hintern zusammenhängen. Dabei schläft der Hintern in Folge von mangelnder Aktivierung regelrecht ein. Jedoch nicht so wie man es von Händen oder Füßen kennt, dass diese dann anfangen zu kribbeln, sondern in dem Sinne, dass unsere Muskulatur im Hintern abschaltet. Und dabei bleibt sie auch abgeschaltet, selbst wenn wir nicht mehr sitzen.

Wie kommt es zum Sleeping Butt Syndrom?

Wenn wir lange Zeit im Sitzen verbringen, passieren in unserer Hinternmuskulatur im Wesentlichen zwei Dinge: zunächst einmal passiert nichts, denn beim Sitzen brauchen wir unsere Muskulatur im Hinter nicht, sie ist nicht aktiv, zieht sich nicht zusammen oder macht überhaupt irgendetwas. Bestenfalls kann sie noch als schönes Sitzkissen dienen, wobei da Fett wahrscheinlich auch noch angenehmer ist. Die zweite Sache, die mit unserer Hinternmuskulatur beim langen Sitzen passiert, ist, dass sie schlecht durchblutet wird. Das kann man sich natürlich auch wieder gut vorstellen. Wenn ich mich etwa auf ein Sitzkissen setze, wird dieses ziemlich stark zusammengedrückt. Alles, was da jetzt noch durchfließen will, wird es erst einmal schwieriger haben als wenn niemand auf dem Kissen sitzt. Das hat im Endeffekt zum Ergebnis, dass sich unsere Muskeln im Hintern abschalten und nur schwer wieder aufgeweckt werden können. Sie vergessen regelrecht, wie man aktiv ist.

Hinzukommt, dass Menschen, die viel sitzen, häufig auch verkürzte Hüftbeuger haben. Damit sind die Muskeln und Bänder gemeint, die genau als Gegenspieler zur Muskulatur im Hintern arbeiten. Denn während letztere unseren Körper aufrichten, wenn sie aktiv sind, machen die Hüftbeuger genau das Gegenteil. Wenn wir nun viel Zeit im Sitzen verbringen, sind diese Hüftbeuger ziemlich zusammengezogen und verkürzen auf Dauer. Hierdurch werden die Muskeln im Hintern tendenziell mehr gedehnt als normal. Dies erschwert es zusätzlich, die Muskelspannung aufrechtzuerhalten, die für einen schön geformten Po und schnell zu aktivierende Muskeln wichtig ist.

Das bleibt nicht ohne Folgen

Das Sleeping Butt Syndrom führt im Endeffekt nicht nur zu einem flachen Hintern, weil die Muskulatur einfach nicht gut trainiert und lange Zeit völlig inaktiv ist, sondern kann auch echte gesundheitliche Probleme mit sich bringen. Denn unser Hintern ist ganz entscheidend für eine gute und aufrechte Körperhaltung. Man kann sich den Körper wie ein Scharniergelenk vorstellen. Die beiden Körperhälften laufen in der Hüfte zusammen und der Hintern ist der Muskel, der dieses Gelenk öffnet, sprich uns aufrichtet. Wenn aber genau diese Muskelgruppe nicht mehr richtig funktioniert, müssen Hilfskräfte die Arbeit übernehmen. Das sind im Wesentlich unser unterer Rücken und die Rückseite unserer Oberschenkel. Auf Dauer sind die dafür aber schlichtweg nicht ausgelegt und werden in der Folge überfordert. Was daraus resultiert? Eine schlechte Körperhaltung, Haltungsschäden, Schmerzen im unteren Rücken und den Hüften bis hin zu den Knien.

Übrigens

Das Sleeping Butt Syndrom kann auch durch das Schlafen in der Fetusstellung, also zusammengerollt mit angezogenen Knien, und durch falsches Training begünstigt werden. So gibt es beispielsweise auch nicht wenige Frauen, die Krafttraining betreiben, um einen volleren und strafferen Po zu bekommen, jedoch trotz richtiger Gewichts- und Übungswahl einfach keine Erfolge sehen. Warum? Weil sie Übungen wie etwa Kniebeuge oder Deadlifts in erster Linie aus den Oberschenkeln und dem unteren Rücken holen. Der Hintern spielt bei ihnen nur eine unterstützende Rolle, dabei sollte er eigentlich die Hauptarbeit leisten. Das ist natürlich auch eine kritische Folge des Sleeping Butt Syndroms. Daher gibt’s nun noch ein paar Tipps, wie ihr dem vorbeugen oder es richtig angehen könnt.

 

Was kann man dagegen tun?
  • Wer viel Zeit im Sitzen verbringt, sollte regelmäßige Bewegungspausen einbauen, in denen man beispielsweise einfach geht oder mit gezielten Übungen den Hintern aktiviert.
  • Abwechslung kann auch durch einen Stehtisch geschaffen werden, an dem man arbeitet. Beim Stehen brauchen wir für die Aufrichtung nämlich unsere Muskulatur im Hintern, sie wird also aktiviert.
  • Gezielte Übungen für die Hinternmuskulatur sind ebenfalls sinnvoll, beispielsweise Kniebeuge, Deadlifts, Ausfallschritte und Hüftheber. Dabei darauf achten, dass wirklich der Hintern die meiste Arbeit macht und nicht etwa die Oberschenkel.
  • Unterstützend zu dem Punkt davor macht gezieltes Aufwärmen vor dem Krafttraining Sinn. Das heißt, Übungen mit geringer Intensität durchführen und dabei ganz gezielt den Hintern ansteuern und aktivieren.
  • Um der Verkürzung in den Hüftbeugern entgegenzuwirken, lassen sich gezielte Dehnübungen gut einsetzen.

 

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