Zusatzstoffe machen dick – gezielte Manipulation (Teil 2)

Wie wir bereits wissen, sind Zusatzstoffe der heimliche Feind in unserem Essen. Sie manipulieren unser Gehirn und beeinflussen unseren Stoffwechsel. Dabei gelangen diese Zusatzstoffe auf zwei Arten in die Nahrung – gewollt, auf direktem Weg, oder unbeabsichtigt, indirekt.

In diesem zweiten Teil der Reihe Zusatzstoffe machen dick schauen wir uns mal an, mit welchen gezielt hinzugefügten Zusatzstoffen wir uns vollstopfen und wie diese wirken. Grob kann man zwischen Stoffen unterscheiden, die von der Lebensmittelindustrie gezielt untergemischt werden und solchen, die mehr oder weniger unbeabsichtigt in unserem Essen landen. In diesem Beitrag starten wir mit den Stoffen, die ganz gezielt eingesetzt werden. Dabei betrachten wir:

  • Süßungsmittel
    • Aspartam
    • Cyclamat
    • Fruktose
  • Geschmacksverstärker
    • Glutamat
    • Guanylsäure
  • Konservierungsstoffe

Süßungsmittel

Süßungsmittel werden eingesetzt, um Nahrungsmitteln einen süßen Geschmack zu geben. Sinn ist es dabei, sie anstelle von Zucker einzusetzen, der in größeren Mengen ziemlich ungesund ist.

Das Problem mit Süßungsmitteln:

Jede Einnahme von Süßstoffen führt zur Ausschüttung von Insulin. Dieses baut Zucker im Blut ab, transportiert ihn in die Zellen und beliefert somit unser Gehirn mit Energie. Da jedoch keine „echte Nahrung“ – also Zucker – sondern nur Geschmack kommt, ist ein Überangebot an Insulin vorhanden, welches dem Blut komplett jeglichen noch vorhandenen Zucker entzieht und zu einem niedrigen Blutzuckerspiegel führt. Das führt zu zwei Problemen:

  1. Kurzfristig schickt das Gehirn den Auftrag „richtige“ Energie zu sammeln, sprich, zu essen. Die eigentlichen „Light-Produkte“ verleiten uns also dazu mehr (anderes) zu essen – der eigentliche Sinn ist somit weg. Gleichzeitig wird diese Nahrung vermehrt als Fett eingelagert, da das Gehirn denkt, es muss einer Hungersnot vorbeugen.
  1. Auf lange Sicht kann dieses Ernährungsverhalten zu Diabetes führen. Denn wenn der Körper – genauer die Bauchspeicheldrüse – immer häufiger und immer mehr Insulin ausschütten muss, wird dieses irgendwann wirkungslos. In der Folge kann der mit der Nahrung aufgenommen Zucker im Blut nicht mehr abtransportiert und in die Zellen geschafft werden. Nun ist also zu viel Zucker im Blut (hoher Blutzuckerspiegel). Die Folgen: Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenschwäche, Netzhautschäden und Nervenstörungen.

Kurzum: Durch die (vermehrte) Aufnahme von Süßstoffen kann der Körper die Insulinproduktion nicht mehr vernünftig regulieren bzw. das vom Körper ausgeschüttete Insulin wirkt nicht mehr richtig. Wir werden kurzfristig zu Fehlhandlungen (zu häufiges und zu energiereiches Essen) verführt und werden langfristig krank (Übergewicht, Diabetes und Folgeerkrankungen).

 

Fun Fact: Hersteller von Futtermitteln für Tiere wissen längst um die besondere Wirkung von Süßstoffen: Mit dem Slogan „Süßstoffe erhöhen Gewicht und Gewinn“, preisen sie diese als Masthilfsmittel an. In der Futtermittelverordnung sind die Süßstoffe als Aromen und appetitanregende Stoffe aufgeführt.

 

Beispiele für Süßstoffe, die Übergewicht fördern können

Cyclamat

Synthetischer Süßstoff, ca. 35-mal süßer als Zucker. Hat Insulin-Überproduktion, Hungerattacken und Fetteinlagerung zur Folge. Wir essen heutzutage riesige Mengen an süßem, cyclamathaltigen „Diät-Produkten“, als Folge entwickeln wir eine Abneigung gegen weniger süße Produkte. Anders ausgedrückt: wir werden süchtig nach „Light“, womit wir immer tiefer in den Strudel geraten.

Aspartam

Synthetischer Süßstoff. Wirkt wie Cyclamat, jedoch viel süßer (200-mal so süß wie Zucker).

Fructose (Fruchtzucker)

Fruchtzucker ist ein natürlicher Bestandteil in Obst. Allerdings wird er auch als Süßungsmittel in „Diät-Produkten“ eingesetzt. Normalerweise kontrolliert das Gehirn die Verwendung von aufgenommenem Zucker. So werden beispielweise Traubenzucker (Glucose) direkt zur Energiegewinnung eingesetzt. Fructose jedoch kann das Gehirn austricksen und wandelt sich schnell in Fett um. Folge: Übergewicht bzw. Verfettung.

 

Geschmacksverstärker

Was wäre die Welt ohne Geschmacksverstärker? Im Ernst, egal ob Spargelcreme- , Tomatencreme, oder Erbsensuppe, ohne die Zugabe dieser Stoffe, müsste auf all den Tütensuppen dasselbe stehen: „salzige Mehlpampe“. Auch würden wir wohl kaum einen Unterschied zwischen einer Thunfischpizza und einer „Quattro Formaggi“ herausschmecken – schon allein der „Käse“ (Analogkäse = kein Käse!) wird wenig hilfreich sein. Somit ist klar, was solche Zusatzstoffe bewirken sollen: schmecken, uns zum Essen und zum erneuten Kauf anregen.

Doch da jede Medaille immer zwei Seiten hat, ist auch hier große Vorsicht geboten. Geschmacksverstärker beeinflussen unser Essverhalten. Sie manipulieren unser Gehirn wodurch falsche oder gar keine Signale mehr an den Körper gesendet werden. Eine Folge davon ist ein verringertes Sättigungsgefühl. Auch kommen viele Geschmacksverstärker mit Salzen daher. Salz besitzt ein ähnliches Suchtpotential wie Drogen: je mehr Salz wir essen desto mehr fordert das Gehirn. Weitere Krankheiten die durch diese Zusatzstoffe begünstigt werden können sind zum Beispiel Gicht und Alzheimer.

Beispiele für appetitbeeinflussende Geschmacks- und Aromastoffe

Glutamat

Die Allzweckwaffe unter den Geschmacksverstärkern. Dabei verstärkt es den Geschmack einer Speise gar nicht, sondern verändert ihn – zu salzig-süß. Darüber hinaus ist Glutamat auch für seine Nebenwirkungen berüchtigt. Es überschwemmt Nervensynapsen, tötet Neuronen und beschädigt Hirnzellen, die für die Regulierung unseres Appetits zuständig sind. In verschiedenen Untersuchungen konnte nachgewiesen werden, dass dieser Zusatzstoff die Konzentration des „Schlankheitshormons“ Leptin verringert und somit zu Heißhungerattacken und ungesundem Essverhalten (schnell essen, weniger kauen, hinunterschlingen) führt. Wir essen mehr als nötig – der sogenannte Masteffekt. Besonders bei Ungeborenen und Kindern hemmt Glutamat das Wachstum und fördert gleichzeitig Hunger und Übergewicht. Diverse Krankheiten, z. B. Diabetes und Grüner Star, werden ebenfalls der Wirkung von Glutamat zugeschrieben.

Guanylsäure

Die Herstellung erfolgt mit Hilfe von gentechnisch veränderten Mikroorganismen. Die volle Wirkung entfaltet es in stark salzhaltigen Lebensmitteln. Problematisch: Salz macht süchtig. Guanylsäure ist ein interessantes Beispiel dafür, wie wenig aussagekräftig Untersuchungen an Tieren für die Wirkung auf den Menschen sein können. Während Mäuse und Ratten Guanylsäure in einen unbedenklichen Stoff umwandeln (Allantoin), baut unser Stoffwechsel sie zu Harnsäure ab. Wird diese in zu großen Mengen im Blut angereichert, kann sich Harnsäure in Form von Kristallen in Gelenken und Weichgewebe einlagern. Die Folge: Gicht.

 

Konservierungsstoffe

Um es vorweg zu nehmen: Ich denke wir sind uns alle einig, dass wir nicht wieder in die Steinzeit oder auch ins vorindustrielle Zeitalter zurückwollen. Bis auf wenige Ausnahmen – Jäger, Fischer, Landwirte – können sich die wenigsten von uns vorstellen, ihre Nahrung selbst in der Natur zu holen. Es fehlt schlicht die Zeit; ganz zu schweigen von den Fähigkeiten eine Waffe zu bauen, ein Tier zu jagen, es zu schlachten und zuzubereiten. Und dann wäre ja noch der Hunger, den es zu überstehen gilt, wenn man mal keinen Erfolg hat.

Lange Rede kurzer Sinn: Konservierungsstoffe ermöglichen es jedem von uns fast jedes Lebensmittel zu fast jeder Zeit und nahezu überall im Supermarkt auf einfachste Weise zu bekommen – im bequemsten Fall schon verzehrfertig und geliefert. Ohne Frage ist das Haltbarmachen von Lebensmitteln eine der ganz großen Errungenschaften der Menschheit, denn erst der kontinuierliche Zugang zu Futter ermöglicht Lebewesen Fortpflanzung und Ausbreitung. Aber auch hier gibt es kein Licht ohne Schatten. Konservierungsstoffe erhöhen die Haltbarkeit von Lebensmitteln, indem sie den Verderb durch Schimmelpilze oder Bakterien hinauszögern. Aber sie schützen nicht nur vor Schimmelgiften (Mykotoxinen) sondern fördern auch ihre Bildung, sobald die konservierende Wirkung nachlässt (quasi ein Jo-Jo-Effekt der Konservierung). Um Produkte haltbar zu machen kommt zudem oft Salz zum Einsatz. Womit wir wieder beim Suchtpotential wären.

Abgesehen vom Suchtpotential von Salzen (z. B. Kaliumnitrit, Kaliumnitrat, Natriumnitrit, Natriumnitrat), welches zu mehr Konsum führen kann, nehmen Konservierungsstoffe weniger Einfluss auf unser Gewicht als Geschmacksverstärker uns Süßungsmittel. Dafür jedoch bringen sie zahlreiche andere Nebenwirkungen mit sich.

Eine ausführliche Liste mit Konservierungsstoffen und deren Wirkungsweise und Risiken findet ihr hier.

Diesen Beitrag gibt es auch in: enEnglish

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>