Wie wird Bewegung Teil des alltäglichen Lebens?

Ganz zufällig bin ich gerade auf diese tolle Infografik der Weltgesundheitsorganisation gestoßen. Die Botschaft ist deutlich: Bewegung sollte Teil des Lebens sein, ganz egal, wie alt man ist. Regelmäßige körperliche Aktivität ist eine der wirkungsvollsten Strategien, um seine eigene körperliche und geistige Gesundheit zu verbessern. Zudem ist Inaktivität eine der häufigsten Todesursachen weltweit.

Ganz wichtig ist dabei, dass man sich klar macht, dass Bewegung mehr als Sport ist. Das wird auch in der Infografik deutlich. Denn Bewegung umfasst alle Aktivitäten, ganz egal ob du Fußball spielst, mit dem Hund Gassi gehst, im Garten arbeitest oder mit dem Fahrrad zur Arbeit fährst.

Was für eine großartige Botschaft und Aufforderung aktiv zu werden.

 

Infographic about how to make physical activity to a part of your daily life

Quelle: http://www.euro.who.int/__data/assets/pdf_file/0004/286753/physical-activity-daily-life.pdf

Warum wir öfter mal aktiv zur Arbeit kommen sollten

Bei vielen von uns geht es im Alltag eher bequem zu. Von A nach B kommen wir bevorzugt mit dem Auto, ihre Arbeit erledigen die meisten im Sitzen und in der Freizeit stehen Fernsehen und Abhängen mit Freunden hoch im Kurs.

Nach aktuellen Studien scheint unser sitzender Lebensstil ziemlich schädlich für unsere Gesundheit zu sein. Dabei könnten wir mit ein paar kleinen Änderungen schon viel bewirken. Wenn wir häufiger auf aktive Fortbewegung mit dem Fahrrad oder zu Fuß zurückgreifen, ist das nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch für unsere Gesundheit.

 

Wie ein aktiver Arbeitsweg unsere Gesundheit verbessert

In einer Vielzahl an Studien hat man herausgefunden, dass ein zusätzlicher Energieverbrauch von 955 Kilokalorien pro Woche, den wir durch Bewegung erzielen, die Gesundheit erheblich verbessern und das Sterberisiko senken kann. Dabei ist  es gar nicht so wichtig, ob wir diese Energie beim Sport oder bei Alltagsbewegungen wie der aktiven Fortbewegung verbrauchen.

Wie einfach es ist, schon mit normalem Gehen tatsächlich der eigenen Gesundheit etwas Gutes zu tun, machen folgende Zahlen deutlich. Wenn man von einer normalen Gehgeschwindigkeit von fünf Kilometern pro Stunde und einer relativ ebenen Strecke ausgeht, müsste man beispielsweise täglich lediglich eine Strecke von 1,9 Kilometer oder 22 Minuten hin und zurück an fünf Tagen pro Woche gehen, um diesen Energieverbrauch zu erreichen. Beispielsweise kann das der Weg zur Arbeit, zum Supermarkt oder zu Freunden sein.

Wer lieber das Fahrrad benutzt anstatt zu Fuß zu gehen, der kann sogar noch einfacher sein Leben verlängern. Geht man von einer gemütlichen Durchschnittsgeschwindigkeit von 16 Kilometern pro Stunde aus, wäre beispielsweise ein 11-minütiger Arbeitsweg schon vollkommen ausreichend. Beim Fahrradfahren hat man zudem noch den Vorteil, dass es etwas anstrengender ist. Damit wird gleichzeitig auch das Herz-Kreislauf-System trainiert.

 

Fit ins Büro

Gehen ist die häufigste und beliebteste körperliche Ertüchtigung. Und in der Tat ist sie die, die am allereinfachsten umzusetzen ist. Man braucht kein Equipment oder irgendeine Sporteinrichtung, kein Auto und muss nirgendwo Mitgliedsbeiträge zahlen. Egal, wie sportlich, dick oder dünn, alt oder jung man ist – gehen geht fast immer.

Für ältere Leute reicht ganz normales Gehen sogar schon aus, um auch das Herz-Kreislauf-System zu trainieren und die Fitness zu steigern. Doch selbst fitte und junge Personen können mit einem etwas höherem Tempo oder hügeligem Terrain durch bloßes Gehen ihre Fitness trainieren.

Wenn es um den Arbeitsweg geht, ist der Weg zu Fuß häufig nicht praktikabel, weil viele von uns einfach zu weit weg wohnen. Mit dem Fahrrad könnten aber deutlich mehr Arbeitnehmer täglich ins Büro kommen. Das ist sogar fast noch besser als gehen, da es unser Herz-Kreislauf-System stärker fordert. Am Morgen sorgt eine Runde Bewegung an der frischen Luft für den extra Wach-Kick. Nach der Arbeit können wir beim Fahrradfahren wunderbar abschalten und den Stress auf Arbeit lassen. Ich finde, allein aus diesen Gründen lohnt sich der aktive Arbeitsweg.

 

Ich würde ja gerne, aber…

Natürlich klingt das in der Theorie total super. In der Praxis finden wir dann jedoch häufig genug Gründe, warum wir nicht mit dem Fahrrad oder zu Fuß zur Arbeit kommen können. Von schlechtem Wetter über unsichere Fuß- und Radwege bis hin zu Zeitmangel ist alles dabei. Und einige Gründe sind sicherlich nicht von der Hand zu weisen. Viele sind aber einfach nur vorgeschoben, um unser Gewissen zu beruhigen.

Wenn der Arbeitsweg zu lang ist, kann man zumindest eine oder zwei Haltestellen früher aussteigen und den Rest des Weges zu Fuß gehen. Schlechtes Wetter gibt es eigentlich nicht, nur schlechte Kleidung. Das wussten schon unsere Mütter. Um mit dem Fahrrad möglichst sicher unterwegs zu sein, sind Helm und Licht bei Dunkelheit absolut Pflicht. Und wer jetzt sagt, dass er keine Zeit habe, um Wege aktiv zurückzulegen, der sollte sich kurz mal fragen, wie wichtig ihm oder ihr die eigene Gesundheit ist.

 

Regelmäßig das Auto stehenzulassen, um aktiv auf Arbeit, zu Freunden oder zum Einkaufen zu kommen, kann unsere Gesundheit entscheidend verbessern. Und das ganz im Nebenbei und an der frischen Luft. Also, wie viel aktive Fortbewegung findet in deinem Leben statt?

 

 

Studie

Shephard, R. J. (2008). Is Active Commuting the Answer to Population Health? Sports Medicine, 38(9), 751-758.