Wie einfaches Gehen dein Leben verlängert

 

Sport ist ziemlich wichtig für unsere Gesundheit und ein langes Leben. Dabei muss man aber schon richtig ins Schwitzen kommen. Ein bisschen gehen hilft da nichts, oder? Womöglich doch! In diesem Blogbeitrag erfährst du, warum jeder Schritt zählt, wenn es darum geht, etwas mehr Zeit auf der Lebensuhr zu gewinnen.

Die Studie

Zwischen 2000 und 2005 wurden für diese Studie über 2.500 Australier im Alter von etwa 60 Jahren untersucht. Hierzu trugen die Studienteilnehmer zwei bis sieben Tage lang Schrittzähler, mit denen die Wissenschaftler die genaue Menge an zurückgelegten Schritten bestimmen konnten. Zudem sollten die Teilnehmer auch einen Fragebogen zu ihrem Bewegungs- und Sportverhalten ausfüllen. Einige Jahre später wurden sie erneut gebeten, Schrittzähler zu tragen und den Fragebogen auszufüllen. So konnten die Wissenschaftler Veränderungen in ihrem Bewegungsverhalten bestimmen. Außerdem registrierten die Forscher alle in den kommenden zehn Jahren aufgetretenen Todesfälle. Hauptfragestellung dieser Studie war es, herauszufinden, welchen Einfluss die zurückgelegten Schritte der Teilnehmer auf die Sterblichkeit in den darauffolgenden Jahren hatten.

Wer mehr geht, lebt länger

Die Teilnehmer, die zu Beginn der Studie mehr Schritte tagtäglich zurücklegten, hatten tatsächlich eine geringere Sterbewahrscheinlichkeit als diejenigen, die nur wenig gingen. Doch auch eine Steigerung der täglichen Schritte von der ersten zur zweiten Messung wirkte sich positiv auf die Lebenserwartung aus. Ein beeindruckendes Ergebnis war, dass Studienteilnehmer, die ihre Schrittzahlen von unter 1000 auf über 10000 Schritte pro Tag steigerten, eine um 46 Prozent geringere Sterblichkeitsrate aufwiesen. Diese Steigerung ist natürlich enorm und spiegelt den Wechsel vom sitzenden zum aktiven Lebensstil wider. Doch auch eine leichte Steigerung lohnt sich. Beispielsweise fanden die Forscher ein um 12 Prozent geringeres Sterberisiko bei Teilnehmern, die sich von einem sitzenden Lebensstil (unter 1000 Schritte pro Tag) auf zumindest 3000 Schritte an fünf Tagen pro Woche steigern konnten.

 

 

Auf den Punkt

Jeweils 3000 Schritte an fünf Tagen – das ist wirklich ein umsetzbares Ziel, selbst für Personen in hohem Alter. Und vor allem: Es lohnt sich. Insgesamt macht diese Studie deutlich, dass bis ins hohe Alter jeder gelaufene Schritt zählt und unsere Lebenserwartung entscheidend verlängern kann.

Dabei kann man mit mehr Bewegung im Alltag, beispielsweise durch mehr Gehen, in jedem Alter etwas für seine Gesundheit tun und seinem Leben ein wenig mehr Zeit geben. Um seine Schritte zu zählen braucht man übrigens nicht unbedingt einen Fitnesstracker. Das kann mit der geeigneten App so ziemlich jedes Smartphone 🙂

 

 

Studie

Dwyer, T., Pezic, A., Sun, C., Cochrane, J., Venn, A., Srikanth, V., Jones, G., Shook, R., Sui, X., Ortaglia, A., Blair, S., & Ponsonby, A.-L. (2015). Objectively Measured Daily Steps and Subsequent Long Term All-Cause Mortality: The Tasped Prospective Cohort Study. PLoS ONE, 10(11): e0141274.

 

Warum wir öfter mal aktiv zur Arbeit kommen sollten

Bei vielen von uns geht es im Alltag eher bequem zu. Von A nach B kommen wir bevorzugt mit dem Auto, ihre Arbeit erledigen die meisten im Sitzen und in der Freizeit stehen Fernsehen und Abhängen mit Freunden hoch im Kurs.

Nach aktuellen Studien scheint unser sitzender Lebensstil ziemlich schädlich für unsere Gesundheit zu sein. Dabei könnten wir mit ein paar kleinen Änderungen schon viel bewirken. Wenn wir häufiger auf aktive Fortbewegung mit dem Fahrrad oder zu Fuß zurückgreifen, ist das nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch für unsere Gesundheit.

 

Wie ein aktiver Arbeitsweg unsere Gesundheit verbessert

In einer Vielzahl an Studien hat man herausgefunden, dass ein zusätzlicher Energieverbrauch von 955 Kilokalorien pro Woche, den wir durch Bewegung erzielen, die Gesundheit erheblich verbessern und das Sterberisiko senken kann. Dabei ist  es gar nicht so wichtig, ob wir diese Energie beim Sport oder bei Alltagsbewegungen wie der aktiven Fortbewegung verbrauchen.

Wie einfach es ist, schon mit normalem Gehen tatsächlich der eigenen Gesundheit etwas Gutes zu tun, machen folgende Zahlen deutlich. Wenn man von einer normalen Gehgeschwindigkeit von fünf Kilometern pro Stunde und einer relativ ebenen Strecke ausgeht, müsste man beispielsweise täglich lediglich eine Strecke von 1,9 Kilometer oder 22 Minuten hin und zurück an fünf Tagen pro Woche gehen, um diesen Energieverbrauch zu erreichen. Beispielsweise kann das der Weg zur Arbeit, zum Supermarkt oder zu Freunden sein.

Wer lieber das Fahrrad benutzt anstatt zu Fuß zu gehen, der kann sogar noch einfacher sein Leben verlängern. Geht man von einer gemütlichen Durchschnittsgeschwindigkeit von 16 Kilometern pro Stunde aus, wäre beispielsweise ein 11-minütiger Arbeitsweg schon vollkommen ausreichend. Beim Fahrradfahren hat man zudem noch den Vorteil, dass es etwas anstrengender ist. Damit wird gleichzeitig auch das Herz-Kreislauf-System trainiert.

 

Fit ins Büro

Gehen ist die häufigste und beliebteste körperliche Ertüchtigung. Und in der Tat ist sie die, die am allereinfachsten umzusetzen ist. Man braucht kein Equipment oder irgendeine Sporteinrichtung, kein Auto und muss nirgendwo Mitgliedsbeiträge zahlen. Egal, wie sportlich, dick oder dünn, alt oder jung man ist – gehen geht fast immer.

Für ältere Leute reicht ganz normales Gehen sogar schon aus, um auch das Herz-Kreislauf-System zu trainieren und die Fitness zu steigern. Doch selbst fitte und junge Personen können mit einem etwas höherem Tempo oder hügeligem Terrain durch bloßes Gehen ihre Fitness trainieren.

Wenn es um den Arbeitsweg geht, ist der Weg zu Fuß häufig nicht praktikabel, weil viele von uns einfach zu weit weg wohnen. Mit dem Fahrrad könnten aber deutlich mehr Arbeitnehmer täglich ins Büro kommen. Das ist sogar fast noch besser als gehen, da es unser Herz-Kreislauf-System stärker fordert. Am Morgen sorgt eine Runde Bewegung an der frischen Luft für den extra Wach-Kick. Nach der Arbeit können wir beim Fahrradfahren wunderbar abschalten und den Stress auf Arbeit lassen. Ich finde, allein aus diesen Gründen lohnt sich der aktive Arbeitsweg.

 

Ich würde ja gerne, aber…

Natürlich klingt das in der Theorie total super. In der Praxis finden wir dann jedoch häufig genug Gründe, warum wir nicht mit dem Fahrrad oder zu Fuß zur Arbeit kommen können. Von schlechtem Wetter über unsichere Fuß- und Radwege bis hin zu Zeitmangel ist alles dabei. Und einige Gründe sind sicherlich nicht von der Hand zu weisen. Viele sind aber einfach nur vorgeschoben, um unser Gewissen zu beruhigen.

Wenn der Arbeitsweg zu lang ist, kann man zumindest eine oder zwei Haltestellen früher aussteigen und den Rest des Weges zu Fuß gehen. Schlechtes Wetter gibt es eigentlich nicht, nur schlechte Kleidung. Das wussten schon unsere Mütter. Um mit dem Fahrrad möglichst sicher unterwegs zu sein, sind Helm und Licht bei Dunkelheit absolut Pflicht. Und wer jetzt sagt, dass er keine Zeit habe, um Wege aktiv zurückzulegen, der sollte sich kurz mal fragen, wie wichtig ihm oder ihr die eigene Gesundheit ist.

 

Regelmäßig das Auto stehenzulassen, um aktiv auf Arbeit, zu Freunden oder zum Einkaufen zu kommen, kann unsere Gesundheit entscheidend verbessern. Und das ganz im Nebenbei und an der frischen Luft. Also, wie viel aktive Fortbewegung findet in deinem Leben statt?

 

 

Studie

Shephard, R. J. (2008). Is Active Commuting the Answer to Population Health? Sports Medicine, 38(9), 751-758.