Gastbeitrag: Die 5 ekelhaftesten Zusatzstoffe im Essen

Heute habe ich einen tollen Beitrag von meinem Freund und Autorenkollegen Florian Stummer von zimtfuchs.de für euch. Es ist ja erstaunlich, was alles in unserem Essen landet. Nicht zuletzt hatte ich schon über einige Zusatzstoffe berichtet, die uns dick machen. Doch bei diesem Betrag kann einem endgültig die Lust auf verschiedenste Speisen vergehen, aber lest selbst…

Von skurril bis krank

Nachfrage und Angebot, Angebot und Nachfrage. Seit Jahren tüftelt die Lebensmittelindustrie daran so viel Speisen wie möglich, so billig wie vertretbar herzustellen. Dazu greift sie auf den einen oder anderen Inhaltsstoff aus der Küche von Mutter Natur zurück, der eigentlich nicht dafür gedacht war in seinem Rohzustand vom Menschen gegessen zu werden. Die weiterführenden Links geleiten dich zu Seiten, die du gerne mit einem Lesezeichen markieren kannst. Wer weiß, was dir auf deinen Lebensmittelpackungen noch seltsam vorkommt. Glucose im Fleisch? Siliziumoxid (= Sand) in Suppen? Es gibt immer was zu entdecken …

Castoreum oder „Der Biberhintern“

Fruchtiger Geschmack ist nicht nur in der heißen Sommerzeit im Eis beliebt. Auch in Kuchen, Füllungen oder als cremige Saucen wird er viel und ausgiebig verwendet. Interessanterweise kommt ein Bestandteil der fruchtigen Aromen aus der so genannten Castordrüse des Bibers. Sie befindet sich genau zwischen Anus und Geschlechtsteil. Der Inhalte dieser Drüse dient eigentlich der Fellpflege und der Markierung des Reviers. Das als „Bibergeil“ bezeichnete Sekret wird aber auch gerne als Aromastoff bei der Herstellung von Vanille, Himbeere und Erdbeere verwendet. Bis dato zwar nur in der Lebensmittelindustrie in den USA erlaubt, sei doch ein Auge auf Importprodukte oder im Urlaub gekaufte Produkte geworfen. Es gibt sicher schönere Erinnerungen als an einem Biberhintern zu lecken.
Weiterführende Quelle: Lebensmittelklarheit.de, 2017.

Propylenglycol oder „Das Frostschutzmittel“

Das Auto springt im Winter nicht an? Was für ein Glück, dass es das Frostschutzmittel gibt. Der chemische Inhaltsstoff Propylenglycol lässt aber nicht nur den Motor bei jeder Temperatur unter Null schnurren, er dient auch in Kombination mit Alginsäure der Erhöhung der Haltbarkeit von Lebensmitteln (Emulgator, Verdickungsmittel). Wir finden diesen Inhaltsstoff in Salatdressings, Backwaren, Desserts und Limonaden. Laut Lebensmittelindustrie verträgt unser Körper 25 mg davon pro Tag. Unter dem charmanten Kürzel E 405 auf der Zutatenliste versteckt sich also ein wahrer Wunderstoff, der unser Herzen frostfrei hält.
Weiterführende Quelle: Lebensmittel-warenkunde.de.

Tertiär-Butylhydrochinon (TBHQ) oder „Das Erdöl“

Antioxidantien sind das Mittel der Wahl um freie Radikale in unserem Körper einzufangen und zu binden. Wie toll, dass wir sie ganz unkompliziert über Frühstücksflocken zu uns nehmen können. Achten sie nur darauf, dass die Kennzeichnung E 319 auf ihrer Müslipackung steht. Sollten sie nicht zu den Frühstückstigern gehören, dann wäre es klug zu Mittag ein paar Chicken Nuggets zu essen. Dort hat der TBHQ den Sinn, dass die kleinen Teilchen nicht ranzig werden. E 319 wird ganz sauber in einem chemischen Prozess aus Erdöl gewonnen. Also nicht wundern, wenn mal ein Nugget schwarz wird.
Weiterführende Quelle: Lebensmittellexikon.de, 2011.

Butylhydroxytoluol oder „Das Desinfektionsmittel“

Ein schöner Film in der Glotze und mal richtig lang strecken auf der Couch mit einer Packung Chips. Dass die nicht auf den Bäumen wachsen und schon gar nicht in Bärchen, Schmerreling oder Sattelformen ist ja irgendwo logisch. Die Lebensmittelindustrie hat daher folgenden Kniff entwickelt: Einfach ein Pulver aus allen Zutaten machen und in Form bringen. Damit das Zeug aber auch hält braucht es E 321, das in Kindernahrung nicht eingesetzt werden darf. Grund dafür: Es kann zu einer Sauerstoffunterversorgung führen. Da Erwachsene aber keine Kinder mehr sind und viele Sachen dürfen, die Kinder nicht dürfen, ist es vollkommen nachvollziehbar, dass wir es über Kartoffelpüreepulver zu uns nehmen. Butylhydroxytoluol steht chemisch den Phenolen nahe, die man auch in Holzschutzmitteln und Desinfektionsmitteln findet. Immer die Hände waschen nach dem Naschen, sagte schon meine Mutter. Doch wozu, frag ich mich, wenn ich doch das Desinfektionsmittel schon im Essen habe?
Weiterführende Quelle: Food-Detektiv.de.

L-Cystein oder „Das Haar“

Ist es nicht eine Freude, wenn Kuchen, Brötchen und Bagel so herrlich locker und leicht sind? So locker, dass man nicht mal mehr mit dem Messer ordentlich durchkommt? Der Grund dafür ist der Inhaltsstoff L-Cystein. Zum einen kann er aus bakteriellen Kulturen erzeugt werden, doch gibt es da andere Quellen, die billiger zu beschaffen sind. Pferdehufe, Kuhhörner, Federn von Geflügel und Haare. E 920 sollte auf der Packung stehen, wenn man sich diesen lukullischen Freuden hingeben möchte. Achja, und das nächste Mal wenn in deine Suppe mit Brotwürfeln ein Haar rumschwimmt, dann schauen nicht finster, es ist nur zu deinem Besten.
Weiterführende Quelle: das-ist-drin.de.

 

Dieser Beitrag ist erstmals erschienen auf zimtfuchs.de