Auf dem Laufband oder draußen joggen – macht das einen Unterschied?

 

Gerade bei schlechtem Wetter ist ein Laufband ideal, um trotzdem einige Kilometer hinter sich zu bringen. Doch habt ihr euch eigentlich schon einmal gefragt, ob beides gleich effektiv ist? Oder sind euch schon einmal Leistungsunterschiede aufgefallen, wenn ihr auf dem Laufband oder draußen joggen geht? In diesem Blogbeitrag schauen wir uns das einmal genauer an.

 

 

Laufen ist nicht gleich laufen

Tatsächlich ist es nicht ganz dasselbe, ob wir nun auf dem Laufband oder draußen joggen. Während wir an der frischen Luft unseren Körper  stets nach vorn stoß müssen, um vorwärts zu kommen, läuft drinnen das Band ganz automatisch unter uns hinweg. Auch der fehlende Luftwiderstand macht Joggen auf dem Laufband etwas einfacher.

 

Gleiches zeigt sich auch, wenn es ums Wandern geht. Beim Wandern kommt meist noch dazu, dass Wanderschuhe das Laufen noch anstrengender machen. Wenn man beispielsweise mit Wanderschuhen auf einem Laufband geht, ist das schon von sich aus viel anstrengender als wenn man Turnschuhe trägt.

 

 

So gestaltest du dein Training auf dem Laufband möglichst effektiv

Mit ein paar kleinen Einstellungen kann man jedoch auch auf dem Laufband die gleiche Effektivität erzielen wie beim Laufen an der frischen Luft. Dabei ist die Steigung entscheidend. In wissenschaftlichen Studien hat man untersucht, wie groß die Steigung auf dem Laufband sein muss, um bei gleicher Geschwindigkeit dieselbe Anstrengung wie draußen zu erreichen. Die Forscher fanden heraus, dass bei flachen Strecken eine Steigung von 1% das Joggen auf dem Laufband genauso anstrengend macht wie draußen.

 

Um sich auf den nächsten Wanderurlaub vorzubereiten, in denen man in Wanderstiefeln über Bergkämme geht, sollte man das Laufband auf eine Steigung von 3% einstellen. Damit berücksichtigt man nicht nur den Unterschied zwischen drinnen und draußen, sondern auch den erschwerenden Effekt der klobigen Wanderschuhe.

 

Auf dem Laufband oder draußen joggen – Vergleich

 

 

Welche Vorteile hat das Laufband?

Bei schlechten Wetterbedingungen liegt das Laufband klar im Vorteil. Dabei sind die Vorlieben hier ganz unterschiedlich. Manche gehen bei heißen Temperaturen regelrecht ein und suchen die klimatisierte Kühle zum Trainieren. Dagegen hassen es andere, bei Regen oder zu großer Kälte draußen zu trainieren. In jedem Fall kann man auf dem Laufband wetterunabhängig in Form bleiben.

 

Auf dem Laufband lassen sich zudem verschiedenste Strecken und Programme einstellen. Egal, ob hügeliges Terrain oder exakt getimtes Intervalltraining – man muss das Laufband nur anfangs programmieren. Viele Laufbänder trumpfen mittlerweile auch mit einer ganzen Reihe vorgefertigter Programme auf. So lässt sich zu jeder Zeit und an jedem Ort ein Cross- oder Gebirgslauf simulieren. Auch Intervalltraining gestaltet sich auf dem Laufband recht einfach, da man sich keine Gedanken um die Zeit machen muss oder darum, ob man die gleiche Geschwindigkeit hält. Auch hier bieten viele Laufbänder voreingestellte Programme.

 

 

Welche Nachteile hat das Laufband?

Der größte Nachteil beim Joggen auf dem Laufband besteht sicherlich darin, dass es mit der Zeit einfach ziemlich langweilig ist. Klar, man kann Musik hören und in einigen Fitnessstudios sogar fernsehen, aber so richtig viel Abwechslung kommt da nicht auf.

 

Ein Mangel an Abwechslung kann sich auch nachteilig auf die Bänder und Sehnen auswirken. Denn vor allem Strecken, die keinen glatten Untergrund haben, sondern huckelig und uneben sind, stärken die stützenden Strukturen an den Fußgelenken und Knien. Die sind ganz wichtig, um Verletzungen vorzubeugen. Super Strecken sind dafür beispielsweise Schotter- und Waldwege.

 

Zudem bekommt man auf dem Laufband auch kein Gefühl für Geschwindigkeit oder wie man sich auf der richtigen Geschwindigkeit einpendelt. Man stellt einfach alles ein und los geht’s. Wenn man dann draußen läuft, kann man nur schwer einschätzen, wie schnell man gerade läuft oder für wie viel die Kraft wirklich reicht. Für Freizeitläufer ist das kein Problem. Wer jedoch auf Zeit rennt und sich beispielsweise auf einen Halbmarathon vorbereitet, für den ist das Feingefühl für die eigene Geschwindigkeit sehr wichtig.

 

 

Fazit

Im Endeffekt kann man auf dem Laufband mit einer etwas höheren Steigung fast genauso effektiv trainieren wie draußen. Wenn man regelmäßig auch auf dem Laufband trainieren will, ist eine gute Mischung entscheidend. In jedem Fall bietet es uns die Möglichkeit, auch bei schlechten Außenbedingungen unseren Trainingsplan zu verfolgen. Allein deswegen sind Laufbänder absolut zu empfehlen. Wie sieht es bei euch aus: Geht ihr lieber auf dem Laufband oder draußen joggen?

 

 

Studien

Fattorini, L., Pittiglio G., Federico, B., Pallicca, A., Bernardi, M., & Rodio, A. (2012). Workload Comparison between Hiking and Indoor Physical Activity. Journal of Strength and Conditioning Research, 26(10), 2883-2889.

Jones, A.M., Doust, J.H. (1996). A 1% treadmill grade most accurately reflects the energetic cost of outdoor running. Journal of Sports Science, 14(4), 321-327.

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